Früh- & reifgeborene Kinder

                      

Von jeher wird Musik überall auf der Welt zu Heilzwecken eingesetzt, denn Musik wirkt unmittelbar auf den Körper und den Geist. Diese Wirkungen nutzt Musiktherapie ganz gezielt, um Menschen in sehr unter-schiedlichen Situationen zu helfen. In vielen medizinischen Bereichen (z.B. Rehabilitation, Schmerztherapie, Onkologie und Neonatologie) wird Musiktherapie erfolgreich als ergänzende Behandlungsform eingesetzt und wissenschaftlich untersucht. Seit vielen Jahren gibt es gute, wissenschaftlich belegte Erfahrungen mit Musiktherapie auf der Neonatologie. Ihr Kind umgibt vor der Geburt eine einzigartige ‚Klangwelt Mutterleib‘: es wird intrauterin von dem Rauschen des Blutes und den Gedärmen, dem Rhythmus des mütterlichen Herzschlags und von dem einzigartigen Klang Ihrer Stimme begleitet.

 

So reagiert das Kind bereits ab der 24. Schwangerschaftswoche auf akustische Reize, kann jedoch schon lange vorher den Schall über seine Haut und den ganzen Körper spüren. Im Mutterleib empfindet es von Anfang an Rhythmus, Berührung und Klang. Diese ganzheitliche Erfahrung des Kindes setzt sich normalerweise auch nach der Geburt, z.B. durch den wahrgenommenen Herzschlag der Mutter und durch den Klang ihrer mütterlichen Stimme fort. An dem einzigartigen Klang ihrer Stimme erkennt ein Kind nach der Geburt seine Mutter. Diese Stimme bildet, neben dem mütterlichen Geruch, nach der Geburt die Brücke zur intrauterinen symbiotischen Erfahrung vollkommener Geborgenheit, Zufriedenheit und zu der Erfahrung von absoluter Sicherheit für das Kind.

Mit dem Wissen um die Bedeutung der vorgeburtlichen und bei Kindern auf der Neonatologie oft zu früh abgerissenen Erfahrungen in der ‚Klangwelt Mutterleib‘, wird in der Musiktherapie ganz gezielt genau an diesen bekannten Erfahrungen des Kindes angesetzt: eine klingende Stimme, die sich an die Atmung und Situation des Kindes durch Tempo, Frequenz und Dynamik anpasst und so einen musikalischen Kontakt zum Kind hergestellt.

 

Elemente wie Anspannung oder Entspannung des Kindes und/oder der Eltern können in die mit Musik aufgenommen werden und durch ein von Empathie getragenes Improvisieren gespiegelt, unterstützt oder aufgehoben werden. Vorhersehbare Strukturen in der Musik geben dem Kind dabei sowohl Impulse als auch die Erfahrung von Sicherheit und damit Geborgenheit,  die es in seiner Entwicklung unterstützen. Gerade durch das Wiederholen von bekannten musikalischen Strukturen und dem musikalischen Integrieren der, für das Kind in Unvorhersehbarkeit, Lautstärke und Frequenz oft anstrengenden und beunruhigenden Geräuschkulisse einer Neonatologie entsteht ein Klangraum, in dem die akustischen Reize einer Intensiv-station gerade durch ihre musikalische Integration für das Kind maskiert und damit reduziert werden können.

 

Die Zeit der Begleitung Ihres Kindes auf der Neonatologie aber auch die Begleitung im Anschluss zuhause ist oft sehr anstrengend. Musiktherapeutische Entwicklungsförderung hilft Ihnen und Ihrem Kind in der Klinik und auch ambulant bei Ihnen zuhause, trotz der anspruchsvollen Situation miteinander und füreinander da zu sein, zu kommunizieren und einander wieder und neu zu erkennen. Einem erhöhten Risiko von Entwicklungsverzögerung, ADHS, motorischen oder sprachlichen Retardierungen und langfristigen Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit, kann ebenfalls durch musiktherapeutisch-pädagogische Nachsorgen gezielt entgegenwirkt werden.

 

Ziele:

 

 

  • Wahrnehmungs- u. Entwicklungsförderung

 

  • Unterstützung des Bindungsaufbaus

 

  • Aktivierung, individuelle Stimulation

 

  • Resonanzerfahrung

 

  • Beruhigung, Entspannung für Kind und Eltern

 

  • Interaktions- u. Kommunikationsförderung

 

  • Individuelles Kontaktangebot

 

  • Einbindung u. Unterstützung der Eltern

Einzelangebote
Eltern-Kind-Angebote
Gruppenangebote

Kostenübernahme u.U. möglich

  • bei bestehender Pflegestufe als Alltagshilfe (Anerkennung  beispielsweise durch IKK)

  • ggf. PVK 

 

 

 

Alle Menschen brauchen für ihre frühe Entwicklung Rhythmus, Klang, menschliche Stimme und Sprache. Wir alle haben am Anfang unseres Lebens solche Klangerfahrungen gemacht. Sie sind nötig, damit wir kommunizieren und sprechen lernen können und sind, sorgfältig ausgewählt, für eine gesunde psychische und körperliche Entwicklung (z.B. die Hirn- entwicklung) förderlich. So mag es nicht verwundern, dass das Singen von Wiegenliedern auf der ganzen Welt einheitlich und in einer ganz besonderen Verbindung von Musik, Klang und Rhythmus, fester Bestandteil der Kulturen ist.

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