Musiktherapie in der Neonatologie

 

Die intrauterinen Sinneserfahrungen des Kindes sind geprägt durch gefilterte Klänge, regelmäßige vitale Rhythmen, engen psycho-physischen Kontakt zur Mutter sowie die Stimmen der Eltern. Diese Erfahrungen sind wichtig für die kindliche Entwicklung und die Eltern-Kind-Bindung.

 

Durch eine Frühgeburt erlebt das Kind eine veränderte Umgebung ohne vorhersehbare Strukturen, Rhythmen und Klänge. Es befindet sich über einen langen Zeitraum in einem Spannungsfeld zwischen akustischer Überreizung und Reizarmut. An diese vorgeburtlichen Klangerfahrungen knüpft Musiktherapie an.

 

Musiktherapie in der Neonatologie ist eine praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin, deren Grundlagen auf Erkenntnisse von Medizin, Physiologie und Psychologie, der Säuglings- forschung und MusikMedizin sowie der Stressforschung basieren. Die Ansätze orientieren sich an dem Einfluss der intrauterinen Klangwelt auf das ungeborene Kind und der Wirkung von Musik bzw. musikalischen Parametern auf den menschlichen Organismus.

 

Die Therapieeinheiten sind auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes und seine Eltern unter Rücksichtnahme auf die persönliche und klinische Situation abgestimmt. Klänge, Musik, Mutter- und Familienstimmen werden gezielt entwicklungs- und bindungsfördernd eingesetzt.

 

 

Ziele der Musiktherapie:

 

  • Stabilisation physiologischer Parameter

 

  • Wahrnehmungs- und Entwicklungsförderung

 

  • Schmerzminderung

 

  • Unterstützung des Bindungsaufbaus

 

  • Aktivierung, individuelle Stimulation

 

  • Unterstützung der Saug- und Schluckförderung

 

  • Resonanzerfahrung

 

  • Beruhigung, Entspannung für Kind und Eltern

 

  • Interaktions- und Kommunikationsförderung

 

  • Individuelles Kontaktangebot

 

  • Individuelle Einbindung und Unterstützung der Eltern

 

                                                             

Fachkreis Neonatologie, DMTG

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