Musiktherapie in der Perinatologie

 

Musiktherapie in der Perinatologie ist eine praxisorientierte Wissenschaftsdisziplin, deren Grundlagen auf Erkenntnisse von Medizin, Physiologie und Psychologie, der Bindungsforschung und MusikMedizin sowie der Stressforschung basieren. Die Therapieeinheiten sind auf die individuellen Bedürfnisse der Schwangeren unter Rücksichtnahme auf die persönliche und klinische Situation abgestimmt.

 

Der schwangeren Frau werden entsprechende musiktherapeutische Interventionen angeboten, aus denen sie die für sie passende Intervention wählen kann: Imaginatives Musikerleben, Improvisation, Lied, Gespräche, Körper-wahrnehmung und Entspannung, Sprachspiele und Poesie u.a..

 

Zahlreiche Forschungsergebnisse zeigen, dass aktive und rezeptive Musiktherapie ganz gezielt bindungsfördernd, stress- bzw. angstreduzierend und ressourcenorientiert eingesetzt werden können und so auch direkten Einfluss auf die Vitalzeichen des Fötus haben (Yang 2009).

 

Darüber hinaus konnten durch den Einsatz von Musik zur Entspannung eine Minderung der Angstwerte und eine Minderung des Schmerzempfindens bei erstgebärenden Müttern in der ersten Phase der Wehen, sowie positive Auswirkungen auf die Wehendauer, Schmerzmedikation, Geburtskomplikationen, Geburtsverletzungen sowie ein besserer Zustand der Säuglinge nachgewiesen werden (Podder 2007).

 

 

Ziele musiktherapeutischer Interventionen:

 

 

  • Stärkung des Vertrauens in den eigenen Körper (Lelong 2006)

 

  • Förderung der Entspannung und der Körperwahrnehmung (ebd.)

 

  • Stress- und Angstreduktion für Mutter, Verbesserung der Vitalzeichen des Kindes (Yang 2009, Bauer 2010)

 

  • Förderung und Vertiefung der vorgeburtlichen Mutter-Kind Beziehung durch Wahrnehmung und Kommunikation (Hidas & Raffai 2006)

 

  • Verarbeiten von Diagnosen und Komplikationen

 

  • Stärkung der Ressourcen und Coping Strategien